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49,8 %
der Weltbevölkerung könnten im Jahr 2050 kurzsichtig sein, so eine Hochrechnung aus 145 Studien. Im Jahr 2000 waren es geschätzt 22,9 %.
Holden BA, Fricke TR, Wilson DA et al. Global Prevalence of Myopia and High Myopia and Temporal Trends from 2000 through 2050. Ophthalmology 2016;123(5):1036-1042
Was laut Studien hilft
WahrscheinlichCochrane-Metaanalyse
Vitamin-Zink-Kombination (AREDS) bei bestehender AMD
Bei Menschen mit bereits bestehender früher oder mittlerer AMD verlangsamt eine Kombination aus Vitamin C, Vitamin E, Beta-Carotin und Zink wahrscheinlich das Fortschreiten zur späten AMD. Den größten Nutzen haben Menschen mit mittlerer AMD. Einsatz nur nach ärztlicher Rücksprache.
Design
Cochrane-Review (2023): 26 randomisierte Studien mit 11.952 Menschen mit AMD (65–75 Jahre), aus USA, Europa, China und Australien; die meisten Daten stammen aus der US-Studie AREDS. Ergänzend AREDS2: 4.203 Menschen (50–85 Jahre) mit hohem Risiko für späte AMD, im Median 5 Jahre.
Ergebnis
Mit Multivitaminen (AREDS-Kombination) seltener Fortschreiten zur späten AMD: Odds Ratio 0,72 (relativ; 3 Studien, 2.445 Teilnehmende, mäßige Vertrauenswürdigkeit). Das entspricht bei mittlerer AMD etwa 78 Fällen weniger pro 1.000 Behandelten (26 bis 126), bei früher AMD etwa 4 Fällen weniger pro 1.000. In AREDS2 senkte der Zusatz von Lutein/Zeaxanthin oder Omega-3-Fettsäuren das Risiko nicht weiter.
Einordnung
Beta-Carotin war mit mehr Lungenkrebs verbunden, vor allem bei ehemaligen Rauchern (in AREDS2 2,0 % gegenüber 0,9 %). Lutein/Zeaxanthin gilt laut Review als möglicher Ersatz für Beta-Carotin. Hauptnebenwirkung von Zink waren Magen-Darm-Beschwerden.
Quelle: Evans JR, Lawrenson JG. Antioxidant vitamin and mineral supplements for slowing the progression of age-related macular degeneration. Cochrane Database Syst Rev 2023;9(9):CD000254. doi:10.1002/14651858.CD000254.pub5
Quelle: Age-Related Eye Disease Study 2 Research Group. Lutein + zeaxanthin and omega-3 fatty acids for age-related macular degeneration: the Age-Related Eye Disease Study 2 (AREDS2) randomized clinical trial. JAMA 2013;309(19):2005-2015. doi:10.1001/jama.2013.4997
In einer Studie mit Erstklässlern in China senkten täglich 40 zusätzliche Unterrichtsminuten im Freien den Anteil der Kinder, die innerhalb von 3 Jahren kurzsichtig wurden, von 39,5 % auf 30,4 %.
Design
Cluster-randomisierte Studie an 12 Grundschulen in Guangzhou (China), 2010 bis 2013: 952 Kinder der 1. Klasse an 6 Schulen mit täglich einer zusätzlichen 40-minütigen Schulstunde im Freien (Eltern wurden zudem ermuntert, Aktivitäten draußen zu fördern), 951 Kinder an 6 Kontrollschulen.
Ergebnis
Neue Kurzsichtigkeit nach 3 Jahren (bei Kindern ohne Kurzsichtigkeit zu Beginn): 30,4 % gegenüber 39,5 %, Unterschied −9,1 Prozentpunkte. Die Brechkraft veränderte sich um −1,42 gegenüber −1,59 Dioptrien (Unterschied 0,17 Dioptrien). Das Längenwachstum des Auges unterschied sich nicht signifikant (0,95 gegenüber 0,98 mm).
Einordnung
Eine einzelne Studie in China. Die Autoren halten weitere Studien zur Langzeitwirkung und Übertragbarkeit für nötig. Ein Cochrane-Review fand nach 2 Jahren seltener neue Kurzsichtigkeit (22,5 % gegenüber 26,7 %; mäßige Vertrauenswürdigkeit).
Quelle: He M, Xiang F, Zeng Y et al. Effect of Time Spent Outdoors at School on the Development of Myopia Among Children in China: A Randomized Clinical Trial. JAMA 2015;314(11):1142-1148. doi:10.1001/jama.2015.10803
Quelle: Kido A, Miyake M, Watanabe N. Interventions to increase time spent outdoors for preventing incidence and progression of myopia in children. Cochrane Database Syst Rev 2024;6(6):CD013549. doi:10.1002/14651858.CD013549.pub2
Aktuelles Rauchen hängt deutlich mit später AMD zusammen: In Kohortenstudien lag das Risiko bei Rauchenden 1,86-mal so hoch wie bei Menschen, die nie geraucht haben (relatives Risiko).
Design
Systematische Übersicht mit Metaanalyse: 24 Beobachtungsstudien (Kohorten-, Querschnitts- und Fall-Kontroll-Studien) mit 113.780 Menschen, darunter 17.236 Fälle später AMD.
Ergebnis
Aktuelles Rauchen gegenüber nie Rauchen: relatives Risiko 1,86 in Kohortenstudien, Odds Ratio 1,78 in Fall-Kontroll-Studien und 3,58 in Querschnittsstudien.
Einordnung
Beobachtungsdaten zeigen einen Zusammenhang, keinen Beweis für Ursache und Wirkung; ob ein Rauchstopp das Risiko senkt, wurde in dieser Arbeit nicht untersucht. Die Arbeit wurde von Pfizer finanziert; zwei Mitautoren waren Pfizer-Angestellte, und Pfizer-Mitarbeitende halfen bei Auswertung und Manuskript.
Quelle: Chakravarthy U, Wong TY, Fletcher A et al. Clinical risk factors for age-related macular degeneration: a systematic review and meta-analysis. BMC Ophthalmol 2010;10:31. doi:10.1186/1471-2415-10-31
Ob eine Reihenuntersuchung auf Grünen Star bei Erwachsenen ab 40 Jahren ohne Beschwerden mehr nützt als schadet, lässt sich nach Einschätzung der US-Task-Force für Prävention (USPSTF) mit den vorhandenen Daten nicht beurteilen.
Design
Empfehlung der US Preventive Services Task Force (2022) auf Basis einer systematischen Übersicht; Zielgruppe: Erwachsene ab 40 Jahren ohne Anzeichen oder Beschwerden eines Offenwinkelglaukoms, die in der Hausarztversorgung vorstellig werden.
Ergebnis
„I-Statement“: Die Evidenz reicht nicht aus, um Nutzen und Schaden des Screenings abzuwägen; weitere Forschung ist nötig.
Einordnung
Die Bewertung betrifft Screening in der US-Hausarztversorgung bei Menschen ohne Beschwerden, nicht die Untersuchung bei Sehproblemen oder bekannten Augenerkrankungen. Glaukom ist laut USPSTF in den USA die zweithäufigste Ursache nicht umkehrbarer Erblindung.
Quelle: US Preventive Services Task Force; Mangione CM, Barry MJ, Nicholson WK et al. Screening for Primary Open-Angle Glaucoma: US Preventive Services Task Force Recommendation Statement. JAMA 2022;327(20):1992-1997. doi:10.1001/jama.2022.7013
Ob Omega-3-Präparate bei trockenen Augen helfen, ist unsicher. Eine Cochrane-Übersicht fand uneinheitliche Ergebnisse; die große DREAM-Studie zeigte nach 12 Monaten keinen Vorteil gegenüber einem Placebo aus Olivenöl. Nahrungsergänzungsmittel nur nach ärztlicher Rücksprache.
Design
Cochrane-Übersicht 2019 über 34 randomisierte Studien mit 4.314 Erwachsenen mit trockenen Augen. Dazu die DREAM-Studie: 349 Menschen mit mittelschweren bis schweren trockenen Augen erhielten täglich 3000 mg Omega-3 aus Fischöl, 186 ein Olivenöl-Placebo, über 12 Monate.
Ergebnis
Cochrane: Langkettige Omega-3-Fettsäuren gegenüber Placebo verringerten die Beschwerden möglicherweise kaum oder gar nicht (geringe Vertrauenswürdigkeit); die Tränenmenge stieg wahrscheinlich leicht, aber nicht in klinisch bedeutsamer Größe. DREAM: Der Beschwerdewert sank um 13,9 Punkte mit Omega-3 und um 12,5 Punkte mit Placebo, kein signifikanter Unterschied; auch Augenoberfläche und Tränenfilm unterschieden sich nicht.
Einordnung
Über die Hälfte der Studien in der Cochrane-Übersicht hatte in mindestens einem Bereich ein hohes Verzerrungsrisiko. Die Cochrane-Suche lief bis Februar 2018, DREAM erschien im Mai 2018. DREAM wurde vom US-National Eye Institute finanziert. Kapseln und Fischöl stellten die Firmen Access Business Group und Epax kostenlos bereit. Eine Autorin der Übersicht leitete zwei eingeschlossene Studien.
Quelle: Downie LE, Ng SM, Lindsley KB, Akpek EK. Omega-3 and omega-6 polyunsaturated fatty acids for dry eye disease. Cochrane Database Syst Rev 2019;12(12):CD011016. doi:10.1002/14651858.CD011016.pub2
Quelle: Dry Eye Assessment and Management Study Research Group; Asbell PA, Maguire MG, Pistilli M et al. n-3 Fatty Acid Supplementation for the Treatment of Dry Eye Disease. N Engl J Med 2018;378(18):1681-1690. doi:10.1056/NEJMoa1709691
Niedrig dosierte Atropin-Augentropfen bei kurzsichtigen Kindern
In einer Studie aus Hongkong bremsten abends getropfte, niedrig dosierte Atropin-Tropfen das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit über ein Jahr, umso stärker, je höher die Konzentration. Ein Cochrane-Review stuft die Gesamtevidenz für niedrig dosiertes Atropin jedoch als sehr unsicher ein. Einsatz nur nach ärztlicher Rücksprache.
Design
LAMP-Studie (Chinese University of Hong Kong): 438 kurzsichtige Kinder (4–12 Jahre, mindestens −1,0 Dioptrien), zufällig zugeteilt zu Atropin 0,05 %, 0,025 %, 0,01 % oder Placebo, einmal abends in beide Augen, 1 Jahr, doppelt verblindet.
Ergebnis
Zunahme der Kurzsichtigkeit nach 1 Jahr: −0,27, −0,46 und −0,59 Dioptrien mit 0,05 %, 0,025 % und 0,01 % Atropin gegenüber −0,81 Dioptrien mit Placebo. Längenwachstum des Auges: 0,20, 0,29 und 0,36 mm gegenüber 0,41 mm. Die Naheinstellung des Auges (Akkommodation) nahm mit 0,05 % um 1,98 Dioptrien ab, die Pupille wurde bei Tageslicht um 1,03 mm weiter. Sehschärfe und sehbezogene Lebensqualität blieben unbeeinträchtigt.
Einordnung
Ein Cochrane-Review (104 Studien, 17.509 Kinder) fand für niedrig dosiertes Atropin (unter 0,1 %) im Mittel 0,25 Dioptrien weniger Fortschreiten nach 1 Jahr, bei sehr geringer Vertrauenswürdigkeit der Evidenz. Zur Wirkung über 2 Jahre hinaus und nach dem Absetzen ist wenig bekannt.
Quelle: Yam JC, Jiang Y, Tang SM et al. Low-Concentration Atropine for Myopia Progression (LAMP) Study: A Randomized, Double-Blinded, Placebo-Controlled Trial of 0.05%, 0.025%, and 0.01% Atropine Eye Drops in Myopia Control. Ophthalmology 2019;126(1):113-124. doi:10.1016/j.ophtha.2018.05.029
Quelle: Lawrenson JG, Huntjens B, Virgili G et al. Interventions for myopia control in children: a living systematic review and network meta-analysis. Cochrane Database Syst Rev 2025;2(2):CD014758. doi:10.1002/14651858.CD014758.pub3
Fisch und Omega-3 in der Ernährung bei Makuladegeneration
Wer viel Omega-3-Fettsäuren über die Nahrung aufnahm, hatte in Beobachtungsstudien seltener eine späte altersbedingte Makuladegeneration (AMD); wer mindestens zweimal pro Woche Fisch aß, seltener eine frühe und späte AMD. Ob Fisch die AMD verhindert, ist nicht geprüft: Randomisierte Studien dazu fehlen.
Design
Metaanalyse von neun Beobachtungsstudien (3 prospektive Kohorten-, 3 Fall-Kontroll- und 3 Querschnittsstudien) mit 3.203 AMD-Fällen.
Ergebnis
Hohe Omega-3-Zufuhr mit der Nahrung hing mit einem um 38 % geringeren Risiko für späte AMD zusammen. Fisch mindestens zweimal pro Woche hing mit einem geringeren Risiko für frühe AMD (Odds Ratio 0,76) und späte AMD (Odds Ratio 0,67) zusammen.
Einordnung
Nur Beobachtungsdaten mit wenigen Langzeitstudien; die Autoren sehen keine ausreichende Grundlage, Fisch routinemäßig zur AMD-Vorbeugung zu empfehlen. Auch eine Cochrane-Übersicht von 2015 fand keine veröffentlichte randomisierte Studie, die Omega-3 aus der Ernährung zur Vorbeugung der AMD geprüft hat.
Quelle: Chong EW, Kreis AJ, Wong TY, Simpson JA, Guymer RH. Dietary omega-3 fatty acid and fish intake in the primary prevention of age-related macular degeneration: a systematic review and meta-analysis. Arch Ophthalmol 2008;126(6):826-833. doi:10.1001/archopht.126.6.826
Quelle: Lawrenson JG, Evans JR. Omega 3 fatty acids for preventing or slowing the progression of age-related macular degeneration. Cochrane Database Syst Rev 2015;(4):CD010015. doi:10.1002/14651858.CD010015.pub3
Obstruktive Schlafapnoe hängt mit einem höheren Risiko für Grünen Star (Glaukom) zusammen. Nach Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und Begleiterkrankungen hatten Betroffene eine bis zu 40 % höhere Chance auf ein Glaukom. Ob eine Behandlung der Schlafapnoe das Glaukom beeinflusst, muss laut den Autoren erst untersucht werden.
Design
Systematische Übersicht über 48 Beobachtungs- und Querschnittsstudien, davon 46 in der Metaanalyse; zusammen 4.566.984 Patientinnen und Patienten.
Ergebnis
Odds Ratio 3,66 (95-%-KI 1,70–7,90) bei sehr uneinheitlichen Einzelergebnissen (I² = 98 %). Nach Anpassung an Alter, Geschlecht und Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes bis zu 40 % höhere Chance auf ein Glaukom.
Einordnung
Beobachtungsdaten zeigen Zusammenhänge, keinen Beweis für Ursache und Wirkung. Die Uneinheitlichkeit ließ sich durch Untergruppen nach Glaukomart, Schwere der Schlafapnoe und Anpassung an Störfaktoren auflösen. Keine Interessenkonflikte angegeben.
Quelle: Cheong AJY, Wang SKX, Woon CY et al. Obstructive sleep apnoea and glaucoma: a systematic review and meta-analysis. Eye (Lond) 2023;37(15):3065-3083. doi:10.1038/s41433-023-02471-6
Vitamintabletten zur Vorbeugung von AMD bei Gesunden
Vitamin E oder Beta-Carotin als Tabletten verhindern bei Menschen ohne AMD nicht, dass eine AMD entsteht; für Vitamin C und ein Multivitaminpräparat gilt das wahrscheinlich ebenso.
Design
Cochrane-Review (2017): 5 randomisierte Studien mit Daten von 76.756 Menschen aus Australien, Finnland und den USA; Vitamin E (4 Studien, 55.614 Teilnehmende, 4–10 Jahre), Beta-Carotin (2 Studien, nur Männer, 22.083 Teilnehmende), Vitamin C und Multivitamin (1 Studie, Männer, 14.236 Teilnehmende).
Ergebnis
Jegliche AMD gegenüber Placebo: Vitamin E Risk Ratio 0,97, Beta-Carotin 1,00, Vitamin C 0,96 (jeweils hohe Vertrauenswürdigkeit). Multivitamin: leicht erhöhtes Risiko, Risk Ratio 1,21 (mäßige Vertrauenswürdigkeit).
Einordnung
Für Lutein und Zeaxanthin zur Vorbeugung gibt es laut Review keine Studiendaten. In einer Vitamin-E-Studie traten mehr Hirnblutungen auf (39 gegenüber 23). Dies ist die aktuellste Fassung des Reviews; die Aussage betrifft nicht Menschen mit bereits bestehender AMD. Beta-Carotin erhöht laut Review bei Rauchenden und Menschen mit Asbestkontakt das Lungenkrebsrisiko.
Quelle: Evans JR, Lawrenson JG. Antioxidant vitamin and mineral supplements for preventing age-related macular degeneration. Cochrane Database Syst Rev 2017;7(7):CD000253. doi:10.1002/14651858.CD000253.pub4
Bei Menschen mit altersbedingter Makuladegeneration (AMD) bremsten Omega-3-Präparate über bis zu fünf Jahre das Fortschreiten zur späten AMD nicht und schützten nicht vor stärkerem Sehverlust. Nahrungsergänzungsmittel nur nach ärztlicher Rücksprache.
Design
Cochrane-Übersicht 2015 über zwei randomisierte Studien aus den USA und Frankreich mit 2.343 Menschen mit AMD; Omega-3-Präparate gegen Placebo.
Ergebnis
Fortschreiten zur späten AMD: Hazard Ratio 0,96, also kein Unterschied (hohe Vertrauenswürdigkeit). Verlust von 15 oder mehr Buchstaben Sehschärfe: ebenfalls kein Unterschied. Nebenwirkungen waren in beiden Gruppen ähnlich häufig.
Einordnung
Beide Studien hatten ein geringes Verzerrungsrisiko. Die Autoren sehen keine Grundlage, die Omega-3-Zufuhr eigens zur Vorbeugung oder zum Bremsen der AMD zu erhöhen. Keine Interessenkonflikte angegeben.
Quelle: Lawrenson JG, Evans JR. Omega 3 fatty acids for preventing or slowing the progression of age-related macular degeneration. Cochrane Database Syst Rev 2015;(4):CD010015. doi:10.1002/14651858.CD010015.pub3
Kein Nutzen belegtCochrane-Review randomisierter Studien (ohne Metaanalyse)
Brillengläser mit Blaulichtfilter
Gegen müde Augen bei Bildschirmarbeit halfen Blaulichtfilter-Gläser in kurzen Studien möglicherweise nicht besser als normale Gläser. Ob sie den Schlaf verbessern oder die Netzhaut schützen, ist unklar.
Design
Cochrane-Review (2023): 17 randomisierte Studien mit Erwachsenen, je fünf bis 156 Teilnehmende, Beobachtungsdauer unter einem Tag bis fünf Wochen; keine gemeinsame Metaanalyse möglich.
Ergebnis
Augenermüdung: möglicherweise kein Unterschied (geringe Vertrauenswürdigkeit). Sehschärfe: wahrscheinlich kein Unterschied (mäßige Vertrauenswürdigkeit). Schlaf: widersprüchlich, drei von sechs Studien mit Verbesserung, drei ohne Unterschied (sehr geringe Vertrauenswürdigkeit). Zur Gesundheit der Makula gab es keine Daten.
Einordnung
Kurze Studien mit hohem Verzerrungsrisiko; die Autoren fordern bessere Langzeitstudien. Seltene berichtete Nebenwirkungen waren unter anderem Kopfschmerzen und Tragebeschwerden.
Quelle: Singh S, Keller PR, Busija L et al. Blue-light filtering spectacle lenses for visual performance, sleep, and macular health in adults. Cochrane Database Syst Rev 2023;8(8):CD013244. doi:10.1002/14651858.CD013244.pub2