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CorHerz & Kreislauf: Was Studien belegen

Hier steht nur, was Studien am Menschen zeigen, mit Studientyp und Originalquelle. Keine Werbung, keine Produkte.

33 %
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland die häufigste Todesursache. 2025: rund 334.100 von rund 1,01 Millionen Todesfällen (Anteil selbst berechnet).
Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 363 vom 9. Oktober 2026, Todesursachen 2025

Belegte Aussagen

Gut belegt WHO-Leitlinie

150–300 Minuten Bewegung pro Woche

Moderat, zum Beispiel zügiges Gehen oder Radfahren, oder 75–150 Minuten intensiv. Dazu an mindestens 2 Tagen Krafttraining.

Design
Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation auf Basis systematischer Übersichtsarbeiten.
Ergebnis
Regelmäßige Bewegung senkt die Gesamt- und Herz-Kreislauf-Sterblichkeit sowie das Risiko für neuen Bluthochdruck. Auch weniger als empfohlen ist besser als gar nichts.
Für
Erwachsene, auch mit chronischen Erkrankungen.
Quelle: Bull FC et al. WHO guidelines on physical activity and sedentary behaviour. Br J Sports Med 2020;54:1451–1462. doi:10.1136/bjsports-2020-102955
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Wahrscheinlich Metaanalyse von Beobachtungsstudien

Mehr Schritte, bis zu einem Plateau

Wer mehr geht, stirbt seltener vorzeitig. Ab etwa 6.000–8.000 Schritten (ab 60 Jahren) bzw. 8.000–10.000 (unter 60) flacht der Nutzen ab.

Design
15 Kohortenstudien, 47.471 Erwachsene.
Ergebnis
Das Viertel mit den meisten Schritten (Median rund 10.900) hatte ein um 53 % niedrigeres Sterberisiko als das mit den wenigsten (rund 3.600; Hazard Ratio 0,47).
Einordnung
Beobachtungsdaten zeigen einen Zusammenhang, keinen Beweis für Ursache und Wirkung.
Quelle: Paluch AE et al. Daily steps and all-cause mortality. Lancet Public Health 2022;7:e219–e228. doi:10.1016/S2468-2667(21)00302-9
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Wahrscheinlich Beobachtungsstudie

Ausdauer-Fitness ist ein starker Prognosefaktor

Je besser die Leistung im Belastungstest, desto niedriger die Sterblichkeit. Eine Obergrenze war nicht zu erkennen.

Design
122.007 Patientinnen und Patienten mit Laufband-Belastungstest (rückblickende Auswertung).
Ergebnis
Fitteste Gruppe gegenüber der unfittesten: rund 80 % niedrigeres Sterberisiko (Hazard Ratio 0,20).
Einordnung
Beobachtungsdaten. Der Effekt von Training selbst wurde hier nicht getestet.
Quelle: Mandsager K et al. Cardiorespiratory fitness and long-term mortality. JAMA Netw Open 2018;1:e183605. doi:10.1001/jamanetworkopen.2018.3605
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Gut belegt Randomisierte Studie

Mittelmeerkost mit Olivenöl oder Nüssen

Rund 30 % weniger Herzinfarkte, Schlaganfälle und Herz-Kreislauf-Todesfälle als mit fettreduzierter Kontrollkost.

Design
7.447 Menschen (55–80 Jahre) mit hohem Herz-Kreislauf-Risiko in Spanien, auf drei Kostformen verteilt (an einzelnen Zentren nicht korrekt randomisiert).
Ergebnis
Hazard Ratio 0,69 mit nativem Olivenöl extra, 0,72 mit Nüssen.
Einordnung
2018 nach Korrektur von Randomisierungsfehlern neu veröffentlicht; das Ergebnis blieb bestehen.
Quelle: Estruch R et al. (PREDIMED). N Engl J Med 2018;378:e34. doi:10.1056/NEJMoa1800389
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Gut belegt Randomisierte Studie

Kaliumhaltiger Salzersatz statt Kochsalz

Weniger Schlaganfälle, weniger schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse und weniger Todesfälle.

Design
20.995 Menschen in ländlichen Dörfern in China, mit früherem Schlaganfall oder ab 60 Jahren mit Bluthochdruck.
Ergebnis
Schlaganfall −14 %, schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse −13 %, Todesfälle −12 %.
Achtung
Menschen mit schwerer Nierenerkrankung, kaliumsparenden Entwässerungsmitteln oder Kaliumpräparaten waren ausgeschlossen. Dann nur nach ärztlicher Rücksprache.
Quelle: Neal B et al. (SSaSS). Effect of salt substitution on cardiovascular events and death. N Engl J Med 2021;385:1067–1077. doi:10.1056/NEJMoa2105675
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Gut belegt Beobachtungsstudie

Je früher der Rauchstopp, desto mehr Lebensjahre

Rauchen verkürzte die Lebenserwartung um mehr als 10 Jahre. Wer vor 40 aufhörte, vermied rund 90 % des zusätzlichen Sterberisikos.

Ergebnis
Gewonnene Lebensjahre durch Aufhören: mit 25–34 rund 10, mit 35–44 rund 9, mit 45–54 rund 6 Jahre.
Einordnung
Beobachtungsdaten aus den USA.
Quelle: Jha P et al. 21st-century hazards of smoking and benefits of cessation in the United States. N Engl J Med 2013;368:341–350. doi:10.1056/NEJMsa1211128
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Wahrscheinlich Konsenspapier (AHA)

7–9 Stunden Schlaf pro Nacht

Die American Heart Association zählt Schlaf seit 2022 zu den acht Grundpfeilern der Herzgesundheit.

Design
Bewertungssystem „Life’s Essential 8“ der American Heart Association.
Ergebnis
7 bis unter 9 Stunden Schlaf erhalten bei Erwachsenen die volle Punktzahl.
Einordnung
Stützt sich auf Labor- und Beobachtungsstudien.
Quelle: Lloyd-Jones DM et al. Life's Essential 8. Circulation 2022;146:e18–e43. doi:10.1161/CIR.0000000000001078
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Gut belegt EAS-Konsens

Lp(a) einmal im Leben messen

Die European Atherosclerosis Society empfiehlt, Lp(a) bei jedem Erwachsenen mindestens einmal zu bestimmen. Über 50 mg/dl gilt als erhöhtes Risiko.

Design
Konsenspapier der European Atherosclerosis Society.
Ergebnis
Messung mindestens einmal im Erwachsenenalter; über 50 mg/dl gilt als erhöhtes Risiko.
Quelle: Kronenberg F et al. Lipoprotein(a) in atherosclerotic cardiovascular disease – EAS consensus. Eur Heart J 2022;43:3925–3946. doi:10.1093/eurheartj/ehac361
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Gut belegt EAS-Konsens

Früh niedriges LDL zahlt sich am längsten aus

Das Risiko hängt davon ab, wie hoch das LDL ist und wie viele Jahre die Gefäße ihm ausgesetzt sind.

Design
Konsenspapier der European Atherosclerosis Society.
Ergebnis
LDL ist eine Ursache der Gefäßverkalkung. Die Risikosenkung hängt von der absoluten LDL-Senkung und der Dauer niedrigerer Werte ab.
Quelle: Ference BA et al. Low-density lipoproteins cause atherosclerotic cardiovascular disease – EAS consensus. Eur Heart J 2017;38:2459–2472. doi:10.1093/eurheartj/ehx144
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Gut belegt Metaanalyse randomisierter Studien

Blutdruck senken

Jede medikamentöse Senkung des oberen Werts um 5 mmHg senkt das Risiko schwerer Herz-Kreislauf-Ereignisse um etwa 10 %, auch bei normalem oder hoch-normalem Ausgangswert.

Design
48 randomisierte Studien mit 344.716 Teilnehmenden.
Ergebnis
Je 5 mmHg systolischer Senkung: Hazard Ratio 0,91 bei Menschen ohne und 0,89 bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Vorerkrankung.
Einordnung
Ob Medikamente nötig sind, entscheidet die Ärztin oder der Arzt anhand des Gesamtrisikos.
Quelle: Blood Pressure Lowering Treatment Trialists’ Collaboration. Lancet 2021;397:1625–1636. doi:10.1016/S0140-6736(21)00590-0
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Gut belegt Randomisierte Studie

Bluthochdruck auch ab 80 behandeln

Bei Menschen ab 80 Jahren senkte eine Blutdrucktherapie die Sterblichkeit und Herzschwäche deutlich.

Design
HYVET: 3.845 Menschen ab 80 Jahren mit oberem Blutdruckwert ab 160 mmHg, im Mittel 83,6 Jahre.
Ergebnis
Gesamtsterblichkeit −21 %, Tod durch Schlaganfall −39 %, Herzschwäche −64 %. Schlaganfälle insgesamt −30 %, nicht signifikant.
Quelle: Beckett NS et al. (HYVET) Treatment of hypertension in patients 80 years of age or older. N Engl J Med 2008;358:1887–1898. doi:10.1056/NEJMoa0801369
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Gut belegt Metaanalyse randomisierter Studien

LDL-Cholesterin senken

Pro 1 mmol/l (≈ 39 mg/dl) weniger LDL etwa 22 % weniger Herzinfarkte, Schlaganfälle und Gefäßeingriffe.

Design
26 randomisierte Statin-Studien mit rund 170.000 Teilnehmenden.
Ergebnis
Relatives Risiko 0,78 je 1 mmol/l LDL-Senkung.
Quelle: Cholesterol Treatment Trialists’ (CTT) Collaboration (Baigent C et al.). Lancet 2010;376:1670–1681. doi:10.1016/S0140-6736(10)61350-5
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Kein Nutzen belegt Randomisierte Studie

Vitamin D

2.000 IE täglich senkten Herz-Kreislauf-Ereignisse bei Männern ab 50 und Frauen ab 55 in den USA nicht.

Design
VITAL: 25.871 Erwachsene (Männer ab 50, Frauen ab 55) in den USA; Teilnahme unabhängig vom Vitamin-D-Spiegel.
Ergebnis
Hazard Ratio 0,97, kein signifikanter Unterschied.
Quelle: Manson JE et al. (VITAL) Vitamin D supplements and prevention of cancer and cardiovascular disease. N Engl J Med 2019;380:33–44. doi:10.1056/NEJMoa1809944
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Widersprüchlich Randomisierte Studien

Omega-3 (Fischöl)

Normales Fischöl (1 g) wirkte nicht. Ein hochdosiertes, verschreibungspflichtiges Präparat half Hochrisikopatienten, ein ähnliches dagegen nicht.

VITAL
1 g/Tag bei Gesunden: Hazard Ratio 0,92, nicht signifikant.
REDUCE-IT
4 g Icosapent-Ethyl bei erhöhten Triglyceriden: Hazard Ratio 0,75.
STRENGTH
4 g Omega-3-Carbonsäuren: Hazard Ratio 0,99, wegen Aussichtslosigkeit vorzeitig beendet.
Quelle: Manson JE et al. (VITAL) Marine n−3 fatty acids and prevention of cardiovascular disease and cancer. N Engl J Med 2019;380:23–32. doi:10.1056/NEJMoa1811403
Quelle: Bhatt DL et al. (REDUCE-IT). N Engl J Med 2019;380:11–22. doi:10.1056/NEJMoa1812792
Quelle: Nicholls SJ et al. (STRENGTH). JAMA 2020;324:2268–2280. doi:10.1001/jama.2020.22258
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Kein Nutzen belegt Empfehlung (USPSTF)

Multivitamine, Vitamin E, Beta-Carotin

Für Multivitamine fehlt ein Nutzennachweis. Von Vitamin E und Beta-Carotin zur Vorbeugung rät die US-Task-Force ab.

Design
Systematische Bewertung der US Preventive Services Task Force.
Ergebnis
Multivitamine: Evidenz unzureichend. Beta-Carotin und Vitamin E: Empfehlung dagegen.
Quelle: US Preventive Services Task Force (Mangione CM et al.). JAMA 2022;327:2326–2333. doi:10.1001/jama.2022.8970
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Wahrscheinlich Systematischer Review + Modellrechnung

WHO/ILO-Schätzung: Todesfälle durch sehr lange Arbeitszeiten

WHO und ILO schätzen, dass 2016 weltweit etwa 745.000 Todesfälle durch Herzkrankheit und Schlaganfall auf Arbeitswochen von 55 Stunden oder mehr zurückgingen. Das ist eine Modellrechnung auf Basis von Beobachtungsstudien.

Design
Modellierung der Krankheitslast für 183 Länder. Risikowerte für Herzkrankheit aus einem systematischen Review (37 Studien, 768.751 Teilnehmende).
Ergebnis
488 Millionen Menschen arbeiteten 55 Stunden oder mehr pro Woche. Geschätzt 745.194 zuzuschreibende Todesfälle. Tod durch koronare Herzkrankheit: RR 1,17.
Achtung
Für 41–54 Stunden pro Woche war die Evidenz unzureichend.
Quelle: Pega F et al. Global, regional, and national burdens of ischemic heart disease and stroke attributable to exposure to long working hours (WHO/ILO). Environ Int 2021;154:106595. doi:10.1016/j.envint.2021.106595
Quelle: Li J et al. The effect of exposure to long working hours on ischaemic heart disease (WHO/ILO). Environ Int 2020;142:105739. doi:10.1016/j.envint.2020.105739
Geprüft: 2026-10-24 (Agent-Entwurf + unabhängiger Agent-Audit)
Wahrscheinlich Metaanalyse von Beobachtungsstudien

Job-Stress und koronare Herzkrankheit

Wer hohe Anforderungen bei wenig Entscheidungsspielraum hatte (Job-Strain), hatte ein um etwa 23 % höheres Risiko für koronare Herzkrankheit. Die Autoren schätzen, dass weniger Job-Stress viel weniger bewirken würde als zum Beispiel ein Rauchstopp.

Design
IPD-Work: Einzeldaten aus 13 europäischen Kohorten, 197.473 Beschäftigte ohne koronare Herzkrankheit, im Mittel 7,5 Jahre.
Ergebnis
Hazard Ratio 1,23. Anteil der Fälle, der Job-Strain zugeschrieben wird: 3,4 %.
Einordnung
In veröffentlichten Studien war der Effekt größer als in unveröffentlichten, ein Hinweis auf Publikationsverzerrung.
Quelle: Kivimäki M et al. (IPD-Work) Job strain as a risk factor for coronary heart disease. Lancet 2012;380:1491–1497. doi:10.1016/S0140-6736(12)60994-5
Geprüft: 2026-10-24 (Agent-Entwurf + unabhängiger Agent-Audit)
Wahrscheinlich Kohortenstudie

Wechselschicht mit Nachtdiensten und Herz

Pflegerinnen, die 10 Jahre oder länger im Wechselschichtdienst mit Nachtschichten arbeiteten, hatten ein etwas erhöhtes Risiko für koronare Herzkrankheit. Laut Autoren ist der absolute Anstieg klein.

Design
Zwei Kohorten (Nurses’ Health Studies), 189.158 anfangs gesunde Frauen, 24 Jahre.
Ergebnis
10 Jahre oder mehr Wechselschicht: Hazard Ratio 1,18 bzw. 1,15.
Einordnung
Nur Frauen in der Pflege, Beobachtungsdaten.
Quelle: Vetter C et al. Association between rotating night shift work and risk of coronary heart disease among women. JAMA 2016;315:1726–1734. doi:10.1001/jama.2016.4454
Geprüft: 2026-10-24 (Agent-Entwurf + unabhängiger Agent-Audit)
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Stand der Inhalte: 2026-10-24 · So prüfen wir · Fehler melden