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−46 %
geringeres relatives Magenkrebsrisiko nach Behandlung einer Helicobacter-Infektion bei beschwerdefreien Erwachsenen (Risikoverhältnis 0,54). 6 von 7 Studien stammen aus Asien; auf Deutschland nur bedingt übertragbar.
Ford AC et al. Helicobacter pylori eradication for the prevention of gastric neoplasia. Cochrane Database Syst Rev 2020;7:CD005583
Belegte Aussagen
WahrscheinlichMetaanalyse randomisierter Studien
Helicobacter-Infektion erkennen und behandeln
Bei beschwerdefreien Menschen mit Helicobacter-pylori-Infektion trat nach einer Behandlung der Infektion seltener Magenkrebs auf als ohne Behandlung, und weniger Menschen starben daran. Die Studien stammen fast alle aus Asien; für Europa ist der Nutzen weniger sicher.
Design
Cochrane-Übersicht über 7 randomisierte Studien mit 8.323 gesunden, beschwerdefreien Erwachsenen mit Helicobacter-pylori-Infektion; Behandlung (mindestens eine Woche) gegen Placebo oder keine Behandlung, Nachbeobachtung mindestens 2 Jahre. 6 der 7 Studien in asiatischen Bevölkerungen.
Ergebnis
Magenkrebs: Risikoverhältnis 0,54 (95-%-KI 0,40–0,72). Tod durch Magenkrebs: Risikoverhältnis 0,61 (0,40–0,92; 4 Studien, 6.301 Personen). Gesamtsterblichkeit: kaum oder kein Unterschied (Risikoverhältnis 0,97; 0,85–1,12).
Einordnung
Mittlere Vertrauenswürdigkeit der Evidenz. Die Autoren betonen, dass sich die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf Bevölkerungen außerhalb Asiens übertragen lassen. Nebenwirkungen wurden in den Studien schlecht berichtet.
Quelle: Ford AC et al. Helicobacter pylori eradication for the prevention of gastric neoplasia. Cochrane Database Syst Rev 2020;7:CD005583. doi:10.1002/14651858.CD005583.pub3
Helicobacter-Behandlung bei Magenkrebs in der Familie
Bei infizierten Menschen, deren Eltern, Geschwister oder Kinder Magenkrebs hatten, erkrankten nach einer einwöchigen Eradikationstherapie in rund 9 Jahren 1,2 % an Magenkrebs, mit Placebo 2,7 %.
Design
Doppelblinde, placebokontrollierte Studie an einem Zentrum in Südkorea: 1.838 Verwandte ersten Grades von Magenkrebs-Erkrankten mit Helicobacter-pylori-Infektion; 7 Tage Lansoprazol, Amoxicillin und Clarithromycin oder Placebo; ausgewertet 1.676 Personen, mediane Nachbeobachtung 9,2 Jahre.
Ergebnis
Magenkrebs bei 1,2 % (Behandlung) gegenüber 2,7 % (Placebo); Hazard Ratio 0,45 (95-%-KI 0,21–0,94). Leichte Nebenwirkungen häufiger mit Behandlung (53,0 % gegenüber 19,1 %).
Einordnung
Einzelne Studie an einem Zentrum in Südkorea mit wenigen Krebsfällen (10 gegenüber 23); ob sich das Ergebnis auf andere Bevölkerungen übertragen lässt, ist offen.
Quelle: Choi IJ et al. Family History of Gastric Cancer and Helicobacter pylori Treatment. N Engl J Med 2020;382:427-436. doi:10.1056/NEJMoa1909666
Nach der Entfernung eines frühen Magenkrebses oder einer hochgradigen Vorstufe per Magenspiegelung trat nach einer Helicobacter-Behandlung seltener ein neuer Magenkrebs auf: bei 7,2 % gegenüber 13,4 % mit Placebo in rund 6 Jahren.
Design
Doppelblinde, placebokontrollierte Studie in Südkorea: 470 Menschen nach endoskopischer Entfernung eines frühen Magenkrebses oder einer hochgradigen Vorstufe; ausgewertet 396 Personen, mediane Nachbeobachtung 5,9 Jahre.
Ergebnis
Neuer Magenkrebs bei 7,2 % (Behandlung) gegenüber 13,4 % (Placebo); Hazard Ratio 0,50 (95-%-KI 0,26–0,94). Keine schweren Nebenwirkungen; leichte Nebenwirkungen häufiger mit Behandlung (42,0 % gegenüber 10,2 %).
Einordnung
Einzelne Studie in Südkorea; betrifft nur Menschen, die bereits einen frühen Magenkrebs oder eine hochgradige Vorstufe hatten.
Quelle: Choi IJ et al. Helicobacter pylori Therapy for the Prevention of Metachronous Gastric Cancer. N Engl J Med 2018;378:1085-1095. doi:10.1056/NEJMoa1708423
In einer großen Placebo-Studie war der Säureblocker Pantoprazol über rund 3 Jahre mit keinen nachweisbaren Zusatzschäden verbunden – mit möglicher Ausnahme von Darminfektionen (1,4 % gegenüber 1,0 %). Beginn, Dauereinnahme oder Absetzen nur nach ärztlicher Rücksprache.
Design
Doppelblinde Studie (COMPASS) mit 17.598 Menschen mit stabiler Herz-Kreislauf-Erkrankung und peripherer arterieller Verschlusskrankheit; 40 mg Pantoprazol täglich (8.791) oder Placebo (8.807); mediane Nachbeobachtung 3,01 Jahre.
Ergebnis
Kein statistisch gesicherter Unterschied bei den erfassten Sicherheitsereignissen (u. a. Lungenentzündung, Knochenbrüche, Nierenerkrankung, Demenz, Krebs, Sterblichkeit) außer Darminfektionen: 1,4 % gegenüber 1,0 % (Odds Ratio 1,33; 95-%-KI 1,01–1,75). Clostridium-difficile-Infektionen etwa doppelt so häufig, aber nur 13 Fälle und nicht statistisch gesichert.
Einordnung
Alle Teilnehmenden nahmen zusätzlich Rivaroxaban und/oder ASS ein. Teilnehmende hatten Gefäßerkrankungen; die Studie umfasste rund 3 Jahre, nicht jahrzehntelange Einnahme. Beim Unterschied zu Clostridium-difficile-Infektionen gab es zu wenige Fälle für eine sichere Aussage.
Quelle: Moayyedi P et al. Safety of Proton Pump Inhibitors Based on a Large, Multi-Year, Randomized Trial of Patients Receiving Rivaroxaban or Aspirin. Gastroenterology 2019;157:682-691.e2. doi:10.1053/j.gastro.2019.05.056
Hoher Salzkonsum hängt mit einem höheren Magenkrebsrisiko zusammen: In Langzeit-Beobachtungsstudien lag es bei hohem gegenüber niedrigem Salzkonsum beim 1,68-Fachen.
Design
Metaanalyse von 7 prospektiven Studien (10 Kohorten) mit 268.718 Teilnehmenden und 1.474 Magenkrebsfällen; Nachbeobachtung 6–15 Jahre.
Ergebnis
Hoher gegenüber niedrigem Salzkonsum: Risikoverhältnis 1,68 (95-%-KI 1,17–2,41); mäßig hoher gegenüber niedrigem: 1,41 (1,03–1,93).
Einordnung
Beobachtungsdaten zeigen einen Zusammenhang, keinen Beweis für Ursache und Wirkung. Der Zusammenhang war in der japanischen Bevölkerung stärker.
Quelle: D'Elia L et al. Habitual salt intake and risk of gastric cancer: a meta-analysis of prospective studies. Clin Nutr 2012;31:489-498. doi:10.1016/j.clnu.2012.01.003
Rauchen hängt mit einem höheren Magenkrebsrisiko zusammen: Bei aktuell rauchenden Männern lag es beim 1,62-Fachen, bei aktuell rauchenden Frauen beim 1,20-Fachen des Risikos von Nie-Rauchenden. Je mehr Zigaretten, desto höher war das Risiko.
Design
Systematische Übersicht mit Metaanalyse von Kohortenstudien (42 Artikel), Literatur bis Juli 2007.
Ergebnis
Aktuell Rauchende gegenüber Nie-Rauchenden: Risikoverhältnis 1,62 bei Männern (95-%-KI 1,50–1,75; 18 Studien) und 1,20 bei Frauen (1,01–1,43; 9 Studien); Anstieg von 1,3 bei geringstem Konsum auf 1,7 bei etwa 30 Zigaretten pro Tag.
Einordnung
Beobachtungsdaten; die Autoren werten Rauchen als wichtigsten verhaltensbezogenen Risikofaktor für Magenkrebs. Die Studie untersucht nicht direkt den Effekt eines Rauchstopps.
Quelle: Ladeiras-Lopes R et al. Smoking and gastric cancer: systematic review and meta-analysis of cohort studies. Cancer Causes Control 2008;19:689-701. doi:10.1007/s10552-008-9132-y