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Fokus · Ab 65

Es ist nicht zu spät. Was jetzt noch wirkt.

Studien mit älteren Menschen zeigen: Training, Blutdruck und Ernährung wirken auch spät noch. Hier nur Belege aus dieser Altersgruppe oder mit Aussagen zu ihr.

−23 %
Stürze bei älteren Menschen durch Bewegungsprogramme.
Sherrington C et al. Exercise for preventing falls in older people living in the community. Cochrane Database Syst Rev 2019;1:CD012424

Aussagen für diesen Schwerpunkt

Herz & Kreislauf Gut belegt WHO-Leitlinie

150–300 Minuten Bewegung pro Woche

Moderat, zum Beispiel zügiges Gehen oder Radfahren, oder 75–150 Minuten intensiv. Dazu an mindestens 2 Tagen Krafttraining.

Design
Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation auf Basis systematischer Übersichtsarbeiten.
Ergebnis
Regelmäßige Bewegung senkt die Gesamt- und Herz-Kreislauf-Sterblichkeit sowie das Risiko für neuen Bluthochdruck. Auch weniger als empfohlen ist besser als gar nichts.
Für
Erwachsene, auch mit chronischen Erkrankungen.
Quelle: Bull FC et al. WHO guidelines on physical activity and sedentary behaviour. Br J Sports Med 2020;54:1451–1462. doi:10.1136/bjsports-2020-102955
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Herz & Kreislauf Wahrscheinlich Metaanalyse von Beobachtungsstudien

Mehr Schritte, bis zu einem Plateau

Wer mehr geht, stirbt seltener vorzeitig. Ab etwa 6.000–8.000 Schritten (ab 60 Jahren) bzw. 8.000–10.000 (unter 60) flacht der Nutzen ab.

Design
15 Kohortenstudien, 47.471 Erwachsene.
Ergebnis
Das Viertel mit den meisten Schritten (Median rund 10.900) hatte ein um 53 % niedrigeres Sterberisiko als das mit den wenigsten (rund 3.600; Hazard Ratio 0,47).
Einordnung
Beobachtungsdaten zeigen einen Zusammenhang, keinen Beweis für Ursache und Wirkung.
Quelle: Paluch AE et al. Daily steps and all-cause mortality. Lancet Public Health 2022;7:e219–e228. doi:10.1016/S2468-2667(21)00302-9
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Herz & Kreislauf Gut belegt Randomisierte Studie

Mittelmeerkost mit Olivenöl oder Nüssen

Rund 30 % weniger Herzinfarkte, Schlaganfälle und Herz-Kreislauf-Todesfälle als mit fettreduzierter Kontrollkost.

Design
7.447 Menschen (55–80 Jahre) mit hohem Herz-Kreislauf-Risiko in Spanien, auf drei Kostformen verteilt (an einzelnen Zentren nicht korrekt randomisiert).
Ergebnis
Hazard Ratio 0,69 mit nativem Olivenöl extra, 0,72 mit Nüssen.
Einordnung
2018 nach Korrektur von Randomisierungsfehlern neu veröffentlicht; das Ergebnis blieb bestehen.
Quelle: Estruch R et al. (PREDIMED). N Engl J Med 2018;378:e34. doi:10.1056/NEJMoa1800389
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Herz & Kreislauf Gut belegt Randomisierte Studie

Kaliumhaltiger Salzersatz statt Kochsalz

Weniger Schlaganfälle, weniger schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse und weniger Todesfälle.

Design
20.995 Menschen in ländlichen Dörfern in China, mit früherem Schlaganfall oder ab 60 Jahren mit Bluthochdruck.
Ergebnis
Schlaganfall −14 %, schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse −13 %, Todesfälle −12 %.
Achtung
Menschen mit schwerer Nierenerkrankung, kaliumsparenden Entwässerungsmitteln oder Kaliumpräparaten waren ausgeschlossen. Dann nur nach ärztlicher Rücksprache.
Quelle: Neal B et al. (SSaSS). Effect of salt substitution on cardiovascular events and death. N Engl J Med 2021;385:1067–1077. doi:10.1056/NEJMoa2105675
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Herz & Kreislauf Gut belegt Metaanalyse randomisierter Studien

Blutdruck senken

Jede medikamentöse Senkung des oberen Werts um 5 mmHg senkt das Risiko schwerer Herz-Kreislauf-Ereignisse um etwa 10 %, auch bei normalem oder hoch-normalem Ausgangswert.

Design
48 randomisierte Studien mit 344.716 Teilnehmenden.
Ergebnis
Je 5 mmHg systolischer Senkung: Hazard Ratio 0,91 bei Menschen ohne und 0,89 bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Vorerkrankung.
Einordnung
Ob Medikamente nötig sind, entscheidet die Ärztin oder der Arzt anhand des Gesamtrisikos.
Quelle: Blood Pressure Lowering Treatment Trialists’ Collaboration. Lancet 2021;397:1625–1636. doi:10.1016/S0140-6736(21)00590-0
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Herz & Kreislauf Gut belegt Randomisierte Studie

Bluthochdruck auch ab 80 behandeln

Bei Menschen ab 80 Jahren senkte eine Blutdrucktherapie die Sterblichkeit und Herzschwäche deutlich.

Design
HYVET: 3.845 Menschen ab 80 Jahren mit oberem Blutdruckwert ab 160 mmHg, im Mittel 83,6 Jahre.
Ergebnis
Gesamtsterblichkeit −21 %, Tod durch Schlaganfall −39 %, Herzschwäche −64 %. Schlaganfälle insgesamt −30 %, nicht signifikant.
Quelle: Beckett NS et al. (HYVET) Treatment of hypertension in patients 80 years of age or older. N Engl J Med 2008;358:1887–1898. doi:10.1056/NEJMoa0801369
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Gehirn Wahrscheinlich Lancet-Kommission

Fast die Hälfte der Demenzfälle hängt an beeinflussbaren Faktoren

Die Lancet-Kommission nennt 14 Risikofaktoren über das ganze Leben. Zusammen erklären sie nach ihrer Schätzung rund 45 % der Fälle.

Design
Bericht einer internationalen Expertenkommission.
Ergebnis
14 beeinflussbare Risikofaktoren, zusammen rund 45 % der Demenzfälle (Modellrechnung).
Einordnung
Geschätzter Anteil, kein Beweis, dass jeder einzelne Fall vermeidbar ist.
Quelle: Livingston G et al. Dementia prevention, intervention, and care: 2024 report of the Lancet standing Commission. Lancet 2024;404:572–628. doi:10.1016/S0140-6736(24)01296-0
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Gehirn Wahrscheinlich Randomisierte Studie

Strengere Blutdruckkontrolle schützt das Denken

Ein oberer Zielwert unter 120 mmHg senkte leichte kognitive Störungen. Bei Demenz war der Unterschied nicht signifikant.

Design
SPRINT MIND: 9.361 Erwachsene mit Bluthochdruck, Zielwert unter 120 mmHg gegen Standardziel unter 140 mmHg.
Ergebnis
Leichte kognitive Störung: Hazard Ratio 0,81. Wahrscheinliche Demenz: Hazard Ratio 0,83, nicht signifikant.
Quelle: Williamson JD et al. (SPRINT MIND). JAMA 2019;321:553–561. doi:10.1001/jama.2018.21442
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Gehirn Wahrscheinlich Randomisierte Studie

Kombiprogramm hält geistig fit

Ernährung, Training, Gedächtnistraining und Kontrolle der Gefäßrisiken verbesserten bei 60- bis 77-Jährigen die Denkleistung über 2 Jahre. Der Effekt war klein.

Design
FINGER: 1.260 Menschen, 60–77 Jahre, mit erhöhtem Demenzrisiko.
Ergebnis
Testbatterie (NTB): Unterschied 0,022 Standardabweichungen pro Jahr zugunsten der Intervention (p = 0,03).
Quelle: Ngandu T et al. (FINGER). Lancet 2015;385:2255–2263. doi:10.1016/S0140-6736(15)60461-5
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Gehirn Widersprüchlich Randomisierte Studie

Hörgeräte bei Schwerhörigkeit

Insgesamt kein Unterschied beim geistigen Abbau über 3 Jahre. In einer vorab geplanten Zusatzauswertung bei Menschen mit höherem Risiko verlief er langsamer.

Design
ACHIEVE: 977 Menschen von 70 bis 84 Jahren mit Hörverlust, Hörversorgung gegen Kontrollgruppe.
Ergebnis
Hauptergebnis: kein signifikanter Unterschied. Zusatzauswertung (238 Menschen mit höherem Risiko): 48 % weniger Abbau.
Einordnung
Die Zusatzauswertung ist weniger sicher als das Hauptergebnis.
Quelle: Lin FR et al. (ACHIEVE). Lancet 2023;402:786–797. doi:10.1016/S0140-6736(23)01406-X
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Muskeln Wahrscheinlich Metaanalyse von Beobachtungsstudien

30–60 Minuten Krafttraining pro Woche

Verbunden mit 10–20 % niedrigerem Sterberisiko. Ob mehr Training zusätzlich nützt, ist unklar.

Design
Systematische Übersicht und Metaanalyse von Kohortenstudien.
Ergebnis
Größte Risikosenkung bei 30–60 Minuten pro Woche, für Gesamtsterblichkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.
Einordnung
Beobachtungsdaten.
Quelle: Momma H et al. Muscle-strengthening activities and mortality. Br J Sports Med 2022;56:755–763. doi:10.1136/bjsports-2021-105061
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Muskeln Wahrscheinlich Kohortenstudie

Griffkraft sagt viel über die Gesundheit

Je 5 kg weniger Griffkraft stieg das Sterberisiko um 16 %.

Design
PURE: 139.691 Erwachsene in 17 Ländern, Nachbeobachtung im Median 4 Jahre.
Ergebnis
Hazard Ratio 1,16 für Gesamtsterblichkeit je 5 kg weniger Griffkraft.
Einordnung
Beobachtungsdaten.
Quelle: Leong DP et al. (PURE) Prognostic value of grip strength. Lancet 2015;386:266–273. doi:10.1016/S0140-6736(14)62000-6
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Muskeln Gut belegt Cochrane-Metaanalyse

Training gegen Stürze

Bewegungsprogramme senkten die Sturzrate bei älteren Menschen um 23 %, Gleichgewichts- und Funktionsübungen allein um 24 %.

Design
Cochrane-Übersicht randomisierter Studien mit zu Hause lebenden älteren Menschen.
Ergebnis
Alle Trainingsarten: Rate Ratio 0,77 (hohe Vertrauenswürdigkeit). Gleichgewicht und Funktion: 0,76. Mehrere Trainingsarten kombiniert: 0,66.
Quelle: Sherrington C et al. Exercise for preventing falls in older people living in the community. Cochrane Database Syst Rev 2019;1:CD012424. doi:10.1002/14651858.CD012424.pub2
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Muskeln Gut belegt Randomisierte Studie

Krafttraining wirkt auch mit fast 90

Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner um die 87 Jahre verdoppelten ihre Muskelkraft mit intensivem Krafttraining.

Design
100 gebrechliche Pflegeheimbewohner, im Mittel 87 Jahre (72–98), 10 Wochen.
Ergebnis
Muskelkraft +113 % gegenüber +3 % in der Kontrollgruppe; Gehgeschwindigkeit +11,8 %. Die zusätzliche Nährstofftrinknahrung hatte keinen Effekt.
Quelle: Fiatarone MA et al. Exercise training and nutritional supplementation for physical frailty in very elderly people. N Engl J Med 1994;330:1769–1775. doi:10.1056/NEJM199406233302501
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Muskeln Wahrscheinlich Expertenkonsens

Mehr Eiweiß ab 65

Empfohlen werden mindestens 1,0–1,2 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag.

Design
Empfehlung der PROT-AGE-Expertengruppe.
Ergebnis
Über 65: mindestens 1,0–1,2 g/kg/Tag. Bei Training mindestens 1,2, bei akuter oder chronischer Krankheit 1,2–1,5 g/kg/Tag.
Achtung
Ausnahme: schwere Nierenerkrankung (eGFR unter 30, ohne Dialyse). Ärztlich abklären.
Quelle: Bauer J et al. Evidence-based recommendations for optimal dietary protein intake in older people (PROT-AGE). J Am Med Dir Assoc 2013;14:542–559. doi:10.1016/j.jamda.2013.05.021
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Muskeln Kein Nutzen belegt Randomisierte Studie

Vitamin D, Omega-3 und Krafttraining bei Gesunden ab 70

Keiner der drei Ansätze verbesserte Blutdruck, körperliche Leistungsfähigkeit, Denkleistung, Knochenbrüche oder Infekte.

Design
DO-HEALTH: 2.157 Menschen ab 70 in fünf europäischen Ländern, 3 Jahre, 2×2×2-faktorielles Design. Vitamin D3 2.000 IE/Tag, Omega-3 1 g/Tag, Krafttraining 30 Min. 3× pro Woche (Kontrolle: Beweglichkeitsübungen).
Ergebnis
Kein signifikanter Nutzen bei allen sechs Hauptzielen.
Einordnung
Gilt für die hier untersuchten Menschen ab 70. Die Sturz-Studien oben betreffen andere Programme und Gruppen.
Quelle: Bischoff-Ferrari HA et al. (DO-HEALTH). JAMA 2020;324:1855–1868. doi:10.1001/jama.2020.16909
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Geschlechtsorgane Wahrscheinlich Randomisierte Studie Männer

Testosteron bei Mangel: mäßiger Nutzen für die Sexualität

Bei Männern ab 65 mit niedrigem Testosteron und Beschwerden verbesserte eine Behandlung die Sexualfunktion mäßig, Vitalität und Gehstrecke aber nicht.

Design
Testosterone Trials: 790 Männer ab 65 mit Testosteron unter 275 ng/dl und Beschwerden, gegen Placebo.
Ergebnis
Mäßiger Nutzen für die Sexualfunktion; kein Nutzen für Vitalität oder Gehstrecke. Im Teilversuch Sexualfunktion (Männer mit verminderter Libido): Erektionsfunktion (IIEF) +2,64 Punkte.
Einordnung
Laut Autoren geringerer Effekt auf die Erektion als mit PDE-5-Hemmern.
Achtung
Behandlung nur nach ärztlicher Diagnose.
Quelle: Snyder PJ et al. (Testosterone Trials) Effects of testosterone treatment in older men. N Engl J Med 2016;374:611–624. doi:10.1056/NEJMoa1506119
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Geschlechtsorgane Gut belegt Randomisierte Studie Männer

Testosteron: nicht mehr schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse

Bei Männern mit Beschwerden durch Testosteronmangel und bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung oder hohem Risiko dafür traten unter Behandlung nicht mehr schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse auf als unter Placebo.

Design
TRAVERSE: 5.246 Männer, 45–80 Jahre; Studie auf Nicht-Unterlegenheit.
Ergebnis
Schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse 7,0 % gegenüber 7,3 %, Hazard Ratio 0,96.
Achtung
Häufiger waren Vorhofflimmern, akutes Nierenversagen und Lungenembolie.
Quelle: Lincoff AM et al. (TRAVERSE) Cardiovascular safety of testosterone-replacement therapy. N Engl J Med 2023;389:107–117. doi:10.1056/NEJMoa2215025
Geprüft: 2026-10-24 (manuell + Agent-Audit)
Gehirn Gut belegt Metaanalyse randomisierter Studien

Achtsamkeitsprogramme bei Stress

Achtsamkeitsprogramme verringerten Angst, Depressivität und Schmerz um ein kleines bis mittleres Maß. Hinweise, dass sie besser als Sport, Medikamente oder andere Therapien waren, fanden sich nicht.

Design
Metaanalyse von 47 randomisierten Studien mit 3.515 Teilnehmenden.
Ergebnis
Achtsamkeitsprogramme nach 8 Wochen: Effektstärke Angst 0,38, Depression 0,30; nach 3–6 Monaten 0,22 bzw. 0,23; Schmerz 0,33 (jeweils moderate Evidenz).
Einordnung
Für Schlaf, Gewicht und Aufmerksamkeit fand sich keine oder unzureichende Evidenz.
Quelle: Goyal M et al. Meditation programs for psychological stress and well-being. JAMA Intern Med 2014;174:357–368. doi:10.1001/jamainternmed.2013.13018
Geprüft: 2026-10-24 (Agent-Entwurf + unabhängiger Agent-Audit)
Darm Kein Nutzen belegt Randomisierte Studie

ASS (Aspirin) im höheren Alter

Täglich 100 mg ASS senkte bei Menschen ab 70 Jahren das Darmkrebsrisiko nicht. Todesfälle durch Darmkrebs waren in der ASS-Gruppe häufiger (35 gegenüber 20); wegen vieler Einzelauswertungen kann das laut Autoren auch Zufall sein. Einnahme oder Absetzen nur nach ärztlicher Rücksprache.

Design
Doppelblinde, placebokontrollierte Studie (ASPREE) mit 19.114 Menschen in Australien und den USA ab 70 Jahren (Minderheiten in den USA ab 65) ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung, Demenz oder körperliche Behinderung; täglich 100 mg ASS oder Placebo; mediane Nachbeobachtung 4,7 Jahre.
Ergebnis
Darmkrebs-Neuerkrankungen: 139 (ASS) gegenüber 137 (Placebo), Hazard Ratio 1,02 (95-%-KI 0,81–1,30). Darmkrebs-Todesfälle: 35 gegenüber 20, Hazard Ratio 1,77 (1,02–3,06). Alle Krebsarten zusammen: Hazard Ratio 1,04 (0,95–1,14).
Einordnung
Frühere Studien mit überwiegend jüngeren Menschen hatten einen verzögerten Schutzeffekt von ASS gegen Krebs gezeigt; für Ältere zeigte ASPREE diesen nicht. Krebs war ein vorab festgelegter sekundärer Endpunkt. Rund 4,7 Jahre Beobachtung reichen nicht, um einen späten Schutzeffekt auszuschließen.
Quelle: McNeil JJ et al. Effect of Aspirin on Cancer Incidence and Mortality in Older Adults. J Natl Cancer Inst 2021;113:258-265. doi:10.1093/jnci/djaa114
Geprüft: 2026-10-24 (Agent-Entwurf + unabhängiger Agent-Audit)
Nieren Gut belegt Leitlinie + randomisierte Studien

SGLT2-Hemmer bei chronischer Nierenkrankheit

In zwei großen Studien schritt die Nierenkrankheit unter diesen Medikamenten seltener fort als unter Placebo, bei Menschen mit und ohne Diabetes. Einsatz nur nach ärztlicher Rücksprache.

Design
DAPA-CKD: 4.304 Menschen mit chronischer Nierenkrankheit (eGFR 25–75 ml/min/1,73 m², Albumin-Kreatinin-Quotient 200–5.000 mg/g), Dapagliflozin 10 mg oder Placebo, im Median 2,4 Jahre. EMPA-KIDNEY: 6.609 Menschen mit chronischer Nierenkrankheit, Empagliflozin 10 mg oder Placebo, im Median 2,0 Jahre.
Ergebnis
DAPA-CKD: Verschlechterung der Nierenfunktion um mindestens 50 %, Nierenversagen oder Tod durch Nieren- oder Herz-Kreislauf-Ursachen bei 9,2 % gegenüber 14,5 % (Hazard Ratio 0,61). EMPA-KIDNEY: Fortschreiten der Nierenkrankheit oder Herz-Kreislauf-Tod bei 13,1 % gegenüber 16,9 % (Hazard Ratio 0,72).
Einordnung
Die KDIGO-Leitlinie 2024 empfiehlt SGLT2-Hemmer für Erwachsene mit chronischer Nierenkrankheit ab einer eGFR von 20 und einem Albumin-Kreatinin-Quotienten ab 200 mg/g oder bei Herzschwäche (1A), ebenso bei Typ-2-Diabetes und eGFR ab 20 (1A); bei eGFR 20–45 und niedrigem Albumin wird ein Einsatz vorgeschlagen (2B). DAPA-CKD wurde von AstraZeneca finanziert, EMPA-KIDNEY von Boehringer Ingelheim und Eli Lilly.
Quelle: Heerspink HJL, Stefánsson BV, Correa-Rotter R et al. Dapagliflozin in Patients with Chronic Kidney Disease. N Engl J Med 2020;383(15):1436-1446. doi:10.1056/NEJMoa2024816
Quelle: The EMPA-KIDNEY Collaborative Group; Herrington WG, Staplin N et al. Empagliflozin in Patients with Chronic Kidney Disease. N Engl J Med 2023;388(2):117-127. doi:10.1056/NEJMoa2204233
Quelle: Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) CKD Work Group. KDIGO 2024 Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease. Kidney Int 2024;105(4S):S117-S314. doi:10.1016/j.kint.2023.10.018
Geprüft: 2026-10-24 (Agent-Entwurf + unabhängiger Agent-Audit)
Nieren Kein Nutzen belegt RCT, Hauptergebnis negativ

Mehr Wasser trinken bremst den Nierenabbau nicht

Bei Menschen mit chronischer Nierenkrankheit verlangsamte gezieltes Mehrtrinken den Rückgang der Nierenfunktion nach einem Jahr nicht.

Design
631 Erwachsene mit chronischer Nierenkrankheit Stadium 3 (eGFR 30–60 ml/min/1,73 m²) mit erhöhtem Albumin im Urin und einer Urinmenge unter 3 Litern pro Tag in 9 Zentren in Ontario, Kanada. Eine Gruppe wurde angeleitet, mehr Wasser zu trinken, die andere, bei der gewohnten Menge zu bleiben; 12 Monate.
Ergebnis
Die Urinmenge stieg in der Trinkgruppe um 0,6 Liter pro Tag mehr. Die eGFR sank um 2,2 gegenüber 1,9 ml/min/1,73 m²; der Unterschied von −0,3 war nicht signifikant (P = 0,74).
Einordnung
Beobachtungsstudien hatten einen Zusammenhang zwischen höherer Trinkmenge und besserer Nierenfunktion gezeigt. Die Autoren halten ihre Studie möglicherweise für zu klein, um einen klinisch wichtigen Unterschied zu erkennen. Die Studie wurde von Danone Research mitfinanziert; mehrere Autoren erhielten Zuwendungen von Danone.
Quelle: Clark WF, Sontrop JM, Huang SH et al. Effect of Coaching to Increase Water Intake on Kidney Function Decline in Adults With Chronic Kidney Disease: The CKD WIT Randomized Clinical Trial. JAMA 2018;319(18):1870-1879. doi:10.1001/jama.2018.4930
Geprüft: 2026-10-24 (Agent-Entwurf + unabhängiger Agent-Audit)
Nieren Wahrscheinlich Leitlinie, Expertenkonsens

Bei Risiko: Urin und Blut auf Nierenwerte testen

Die internationale Nierenleitlinie rät, Menschen mit Risikofaktoren auf Albumin im Urin und auf die Filterleistung (eGFR) zu testen. Vorrangig gilt das bei Bluthochdruck, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Design
Praxis-Empfehlung der KDIGO-Leitlinie 2024 (Expertenurteil, kein formaler Evidenzgrad).
Ergebnis
Getestet werden sollen beide Werte. Bei Diabetes empfehlen ADA und KDIGO eine jährliche Untersuchung, bei Typ-2-Diabetes ab der Diagnose, bei Typ-1-Diabetes ab 5 Jahre nach der Diagnose. Ein auffälliger Einzelwert soll wiederholt werden.
Einordnung
Laut Leitlinie wissen weltweit nur 6 % der Allgemeinbevölkerung und 10 % der Risikogruppen um ihren Nierenstatus. Für die Testhäufigkeit bei Risikopersonen allgemein gibt es keine evidenzbasierte Empfehlung; bei Diabetes rät ein Konsens zu jährlichen Tests.
Quelle: Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) CKD Work Group. KDIGO 2024 Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease. Kidney Int 2024;105(4S):S117-S314. doi:10.1016/j.kint.2023.10.018
Geprüft: 2026-10-24 (Agent-Entwurf + unabhängiger Agent-Audit)
Nieren Wahrscheinlich Metaanalyse von Beobachtungsstudien

Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) und akutes Nierenversagen

Wer aktuell NSAR einnahm, hatte in Beobachtungsstudien häufiger ein akutes Nierenversagen, auch bei bestehender Nierenkrankheit. Dauerhafte Einnahme bei Nierenerkrankung nur nach ärztlicher Rücksprache.

Design
Metaanalyse von 10 bevölkerungsbezogenen Beobachtungsstudien (Literatursuche bis Juni 2016), davon 5 mit Daten zu Menschen mit chronischer Nierenkrankheit.
Ergebnis
Odds Ratio für akutes Nierenversagen bei aktueller NSAR-Einnahme 1,73 in der Allgemeinbevölkerung und 1,63 bei chronischer Nierenkrankheit. Eine zweite Metaanalyse von 5 Kohortenstudien in der Allgemeinbevölkerung fand für einzelne klassische NSAR ähnliche Werte (gepoolte relative Risiken 1,58 bis 2,11) ohne signifikante Unterschiede untereinander.
Einordnung
Beobachtungsdaten zeigen einen Zusammenhang, keinen sicheren Ursachenbeweis. Absolute Risiken ließen sich nicht berechnen, weil keine Studie das Grundrisiko angab.
Quelle: Zhang X, Donnan PT, Bell S, Guthrie B. Non-steroidal anti-inflammatory drug induced acute kidney injury in the community dwelling general population and people with chronic kidney disease: systematic review and meta-analysis. BMC Nephrol 2017;18(1):256. doi:10.1186/s12882-017-0673-8
Quelle: Ungprasert P, Cheungpasitporn W, Crowson CS, Matteson EL. Individual non-steroidal anti-inflammatory drugs and risk of acute kidney injury: A systematic review and meta-analysis of observational studies. Eur J Intern Med 2015;26(4):285-291. doi:10.1016/j.ejim.2015.03.008
Geprüft: 2026-10-24 (Agent-Entwurf + unabhängiger Agent-Audit)
Nieren Noch offen Leitlinie (KDIGO), Evidenzgrad 2B

Blutdruck unter 120: gut fürs Herz, für die Niere unklar

Bei Nierenkrankheit und hohem Blutdruck schlägt die Leitlinie einen systolischen (oberen) Zielwert unter 120 mmHg vor, sofern vertragen und standardisiert in der Praxis gemessen, vor allem wegen weniger Herz-Kreislauf-Ereignissen. Ein deutlich geringeres Risiko für Nierenversagen haben Studien nicht gezeigt.

Design
Empfehlung der KDIGO-Leitlinie 2024, gestützt vor allem auf die SPRINT-Studie (Zielwert unter 120 gegenüber 140 mmHg, standardisierte Praxismessung).
Ergebnis
In SPRINT seltener schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse (Hazard Ratio 0,75), mit ähnlichem relativem Nutzen bei Menschen mit und ohne Nierenkrankheit.
Einordnung
Für Nierenversagen als Endpunkt fehlt ein Nutzennachweis aus randomisierten Studien.
Quelle: Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) CKD Work Group. KDIGO 2024 Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease. Kidney Int 2024;105(4S):S117-S314. doi:10.1016/j.kint.2023.10.018
Geprüft: 2026-10-24 (Agent-Entwurf + unabhängiger Agent-Audit)
Lunge Gut belegt Randomisierte Studien

Niedrigdosis-CT bei hohem Lungenkrebsrisiko

Bei Rauchenden und Ex-Rauchenden mit hohem Lungenkrebsrisiko senkte regelmäßiges Niedrigdosis-CT die Lungenkrebs-Sterblichkeit um 20 % gegenüber Röntgenaufnahmen (NLST, USA) bzw. um 24 % gegenüber keiner Untersuchung (NELSON, Männer). Im NLST waren die meisten auffälligen Befunde falscher Alarm.

Design
NLST: 53.454 Menschen mit hohem Lungenkrebsrisiko an 33 US-Zentren, drei jährliche Untersuchungen mit Niedrigdosis-CT oder Röntgenbild der Lunge. NELSON (Niederlande, Belgien): 13.195 Männer und 2.594 Frauen (50–74 Jahre), aktuelle und ehemalige Rauchende; CT zu Beginn sowie nach 1, 3 und 5,5 Jahren oder keine Untersuchung; mindestens 10 Jahre Nachbeobachtung.
Ergebnis
NLST: 247 vs. 309 Lungenkrebs-Todesfälle pro 100.000 Personenjahre, relative Senkung 20,0 %; Gesamtsterblichkeit 6,7 % niedriger. NELSON, Männer: Rate Ratio 0,76 nach 10 Jahren (also 24 % weniger Lungenkrebs-Todesfälle); Frauen: 0,67, statistisch unsicher (95-%-Konfidenzintervall 0,38–1,14).
Einordnung
Im NLST waren 96,4 % der auffälligen CT-Befunde falsch positiv. Untersucht wurden nur Menschen mit hohem Risiko.
Quelle: National Lung Screening Trial Research Team. Reduced lung-cancer mortality with low-dose computed tomographic screening. N Engl J Med 2011;365:395–409. doi:10.1056/NEJMoa1102873
Quelle: de Koning HJ et al. Reduced lung-cancer mortality with volume CT screening in a randomized trial. N Engl J Med 2020;382:503–513. doi:10.1056/NEJMoa1911793
Geprüft: 2026-10-24 (Agent-Entwurf + unabhängiger Agent-Audit)
Lunge Kein Nutzen belegt Randomisierte Studie

Beta-Carotin schützt Rauchende nicht vor Lungenkrebs

Bei rauchenden Männern traten mit Beta-Carotin als Nahrungsergänzung 18 % mehr Lungenkrebsfälle auf als ohne. Vitamin E senkte das Lungenkrebsrisiko nicht.

Design
29.133 rauchende Männer (50–69 Jahre) in Südwestfinnland; täglich Vitamin E (50 mg), Beta-Carotin (20 mg), beides oder Placebo; 5 bis 8 Jahre Nachbeobachtung.
Ergebnis
Beta-Carotin: Lungenkrebs-Häufigkeit +18 % (95-%-Konfidenzintervall +3 bis +36 %), Gesamtsterblichkeit +8 %. Vitamin E: Lungenkrebs −2 % (nicht signifikant), mehr Todesfälle durch hämorrhagischen Schlaganfall.
Einordnung
Ergebnis gilt für rauchende Männer und hoch dosierte Präparate.
Quelle: Alpha-Tocopherol, Beta Carotene Cancer Prevention Study Group. The effect of vitamin E and beta carotene on the incidence of lung cancer and other cancers in male smokers. N Engl J Med 1994;330:1029–1035. doi:10.1056/NEJM199404143301501
Geprüft: 2026-10-24 (Agent-Entwurf + unabhängiger Agent-Audit)
Leber Wahrscheinlich Leitlinie (EASL-EASD-EASO)

FIB-4: Fibrose-Suche bei Diabetes oder Bauchfett

Bei Typ-2-Diabetes, Bauchfett mit einem weiteren Stoffwechsel-Risikofaktor oder auffälligen Leberwerten empfiehlt die europäische Leitlinie, gezielt nach Leberfibrose zu suchen, zuerst mit dem Blutwert-Score FIB-4. Ein Screening der gesamten Bevölkerung wird nicht empfohlen.

Design
Leitlinie von EASL, EASD und EASO (2024); Empfehlung mit Evidenzgrad 3, starke Empfehlung, Konsens.
Ergebnis
FIB-4 unter 1,3: niedriges Risiko für fortgeschrittene Fibrose, erneute Prüfung alle 1–3 Jahre. Darüber: weitere Abklärung, z. B. Elastografie (Messung der Lebersteifigkeit), oder bei Werten zwischen 1,3 und 2,67 zunächst ein Jahr intensivierte Lebensstil-Behandlung mit erneuter Prüfung.
Einordnung
Bisher hat keine randomisierte Studie gezeigt, dass diese Suche Krankheitsfolgen verringert. FIB-4 übersieht rund 10 % der fortgeschrittenen Fibrosen.
Quelle: European Association for the Study of the Liver (EASL), European Association for the Study of Diabetes (EASD), European Association for the Study of Obesity (EASO). EASL-EASD-EASO Clinical Practice Guidelines on the management of metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease (MASLD). Obes Facts 2024;17:374–444. doi:10.1159/000539371
Geprüft: 2026-10-24 (Agent-Entwurf + unabhängiger Agent-Audit)
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